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Montag, 18. Mai 2015

Welches ist Deine minimalistische „Knacknuss“? & Part 4 von 12 beim Projekt „Fertig entrümpelt!“: Das Badezimmer



Es gibt ja mehrere gute Gründe Dinge nicht wegzugeben sondern zu behalten. Auf meinem Weg zum Minimalismus bin ich dabei hauptsächlich vier verschiedenen solcher „Knacknüssen“ begegnet, die mich zögern liessen, ungenutzte Dinge einfach so aus unserem Haushalt zu verbannen. Heute verrate ich Euch, welche Knacknuss mir persönlich am meisten zu schaffen macht. Nicht doll – also nicht so fest, dass sie mich vom Minimalismus abhalten würde - aber trotzdem ist sie präsent bei meinem Entrümpeln. Blöderweise ist es aus meiner Sicht auch noch gerade die peinlichste der vier „Knacknüsse“. Hier sind sie:

Man will nicht verschwenderisch sein. In alle Dinge, die man so Besitz hat man investiert: Geld, Zeit oder vielleicht einfach Glück. Klar will man das nicht einfach wegwerfen oder weitergeben. Ich behalte keine Dinge nur aus diesem Grund, wenn ich sie nicht wirklich nutze. Da ich mir bewusst bin, dass mich diese Dinge weiterhin was Kosten: Raum, Zeit, Geld. Deshalb heisst es bei mir: Fort damit. Solche Dinge sind übrigens keines Falls "verschwendet" wenn man sie weggibt. Ganz nach dem Motto „When you loose don’t loose the lesson" (Mahatma Gandhi). Wenigstens hab’ ich was dabei gelernt: Nur weil man was haben kann, muss man trotzdem nicht gleich “Ja, ich will!“ dazu sagen…

Man will sich wappnen für Notzeiten. Das ist wohl für jeden nachvollziehbar, dass man gewappnet sein will für den Notfall. Die Kunst dabei ist, dass man das richtige Mass beim Hamstern für den Notfall nicht verliert. Als ich meiner Mutter das erste Mal von meiner Minimalismus-Idee erzählte meinte sie gleich „Aber weisst Du, nicht dass Du mir das Silberbesteck, welches Du zu Deiner Geburt gekriegt hast weggibst. In Notzeiten kannst Du das ja dann vielleicht noch verkaufen.“ Seien wir ehrlich – wenn die Not meiner Familie so gross sein sollte, dass ich verzweifelt das Silberbesteck (dass ich übrigens noch nie genutzt habe in all den Jahren - auch wenn es wirklich schön ist) zu verkaufen versuche – dann wird mir das wohl auch nicht mehr wirklich viel nutzen. (Das Silberbesteck werde ich jetzt mal meiner Mutter übergeben.)

Man will die Erinnerung nicht verlieren. Viele Dinge verbinden wir mit wundervollen Emotionen an Vergengenes, das schön war, uns berührt hat. Klar ist es schön, wenn man was hervorkramt und der Zauber der Vergangenheit ist sofort wieder da. Bei solchen Dingen fällt es mir aus zwei Gründen leicht, diese wegzugeben: Erstens muss ich keine Angst mehr haben, solche Dinge zu verlieren, wenn ich mich freiwillig davon getrennt habe (warum nur haben wir uns so teure Eheringe gekauft? Wenn ich was verliere, dann sind es Fingerringe!). Zweitens will ich nicht in Erinnerungen an tolle Zeiten schwelgen. Ich will solche Zeiten im Hier und Jetzt erleben. Ich will in der Gegenwart leben – nicht in der Vergangenheit! Das einzige was ich aufbewahre sind Fotos. Und davon möglichst auch nur die welche mir gefallen. Wenn man jeden Augenblick seines Lebens auf Teufel komm raus festzuhalten versucht hat man ja keine Hand mehr frei um neue schöne Momente in Empfang zu nehmen. Dass das  Hier und Jetzt stimmt ist mir persönlich wichtiger.

Man will zeigen, was man hat. So. Das ist die letzte Knacknuss. Und die, welche mir beim Minimalismus am meisten zu schaffen macht *jaichschämmichjaschon*. Das liegt wohl einfach mit meiner Mentalität zusammen. Meine Eltern kommen aus einem Land, das fragt man die Gäste ständig, ob sie was zu essen haben wollen. Und wenn sie nein sagen, tischt man doppelt so viel auf. Bis sie essen. Nur das Beste ist gut genug. Irgendwie kollidiert diese Idee mit meinem Minimalismus zwischendurch so ein Bisschen. Aber etwas ist ja immer stimmt’s?

Welches ist Eure „Knacknuss“? Welcher Minimalismus-Knacknuss-Typ (kurz: MKT) seid ihr? Na?
Natürlich gibt es auch Mischtypen…vielleicht sollte ich mal so einen Multiple-Choice-Test zu dem Thema kreieren nach dem Motto „Welches ist Ihre Knacknuss?“. Was meint Ihr dazu?

So, und hier jetzt noch kurz meine Bilanz zum Entrümpeln des Badezimmers. Das Projekt „Fertig entrümpelt“ läuft bei mir auf Hochtouren – zurzeit vorwiegend auf dem Dachboden und beim Papierkram ( na das ist echt ein elend, sag' ich Euch. Aber wenn es gamacht ist, ist es toll). Hier nun aber die Daten zum Badezimmer:

Besitztümer, die mir gehören: Ein Kamm, ein Rasierer, ein Handspiegel, ein kleines Necessaire für meine Schminksachen.

Ich habe beschlossen, Verbrauchsgegenstände wie Zahnpaste und Cremes nicht zu zählen. Schminktechnisch benutze ich zurzeit praktisch nix (ein Abdeckstift und ein Eyeliner). Allerdings kann das schnell mal mehr werden (gehe auf die 40 zu und habe zwischendurch schon so meine Faltenreichen Morgen – da könnte sich durchaus eine Krise anbahnen die mich dazu verleitet spontan eine Menge Makeup Zubehör zu kaufen – mal gucken wie sich das weiterentwickelt).

Gemeinsam benutzte Dinge, die ich auch besitzen würde, wenn ich alleine wohnen würde: eine Haarbürste, ein Behälter für die Zahnbürste/Zahnpasta, ein Behälter für verschiedenes, ein Thermometer, eine Pinzette, zwei Nagelfeilen, eine Nagelschere, eine Klobürste, eine Personenwaage, ein grosses Necessaire für Ersatzzahnbürsten und Zahnpasta, ein Wäschekorb, drei Badetücher, drei Duschtücher/Handtücher, ein Seifenspender, ein Abfalleimer.

Somit wäre ich was meine eigenen Besitztümern anbelangt bei 121 (Schlafbereich) + 16 (Büroecke) + 9 (Gästebad) + 4 (Badezimmer) = 150 Dingen angelangt.
Bei den gemeinsam genutzten Dingen sind es dann 9  (Schlafbereich) + 44 (Büroecke) + 9 (Gästebad) + 20  (Badezimmer) = 82 Dingen angelangt.

Das sind alles zusammen 232 Dinge. Oder 2.32% von insgesamt 10‘000 Dingen, die ein Durchschnittsmensch in unseren Breitengraden so besitzt.
Noch hört sich das alles nach ganz schön wenig an…na ich bin dann mal gespannt, was in der Küche so auf mich zukommt.

Na – und wie sieht’s bei Euch mit dem Entrümpeln so aus?





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