Home | Entrümpeln | 50%-Waste | About me

Mittwoch, 4. Februar 2015

Gestern ist es passiert & Part 2 von 12 von Projekt „Fertig entrümpelt!“: Die Büroecke



Gestern ist es passiert. Das erste Mal seit ich vor einem Jahr diesen Blog gestartet habe.

Könnt Ihr Euch daran noch erinnern – wie ich mich danach gesehnt habe endlich mal nix mehr zu tun haben? Zeit zum Faulenzen? Klick.

Und nun, ziemlich genau ein Jahr später war es soweit. Gestern hatte ich einen kinderfreien Tag. Plötzlich war der Haushalt erledigt. Keine Wäscheberge weit und breit. Entrümpeltechnisch geht es auch dem Ende zu. Und dann das: Ich hatte TATSÄCHLICH nix zu tun. Aber so gar nix. Hammer.

Und heute Morgen war ich einkaufen, der Pizzateig fürs Mittagessen ist gemacht (muss an der Wärme noch aufgehen. Mittwoch ist Pizzatag bei uns – da kann ich jedem das draufschmeissen was er mag und die Kinder sind alle glücklich). Und nun? Zeit zum Seele baumeln lassen. Oder bloggen. Ich komme aus dem Staunen gerade selber gar nicht mehr so richtig raus. Experiment Minimalismus so wie ich das wollte volle Kanne geglückt.

Jetzt frage ich mich allerdings, was ich denn eigentlich tun soll, wenn ich plötzlich zu viel Zeit habe. NEEEI-IN! Ich will nicht meckern, ich finde das superduper toll! Aber wie will ich meine Zeit jetzt nutzen? Das habe ich mich früher irgendwie nie so bewusst gefragt….tja. Da werde ich mir wohl demnächst den Kopf darüber zermartern dürfen…oh – und ich weiss auch schon so einiges! Ja so bin ich – am liebsten mehrere Dinge parallel machen – ich kann nicht lange still sitzen. Aber diesmal werde ich mir die Zeit nehmen gründlicher als sonst darüber nachzudenken, wie ich meine Zeit denn nun verbringen will. Irgendwelche tollen Tipps Eurerseits?

So – noch ist aber ja nicht fertig entrümpelt. Erst mal schön eins nach dem anderen: Die letzten drei Wochen war das Büro mit entrümpeln dran. (Echt der Hammer wieviel Papier in so einem Bundesordner Platzt hat. Also echt jetzt. Ich war ja so was von ahnungslos. Schüttet mal einen vollen Bundesordner vor Euren Füssen auf dem Boden aus - das ist ein echter WOW-Effekt!)

Hier ein Blick auf die fertig entrümpelte Büroecke:






Hier meine Bilanz:

Gemeinsam genutzte Dinge: 44.

Computer, Tisch, Stuhl, Lampe, Stifthalter, Papierkorb & diverses Bürozubehör (Locher, Heftklammerer, Schere, Taschenrechner, Lineal, Geodreieck, Japanmesser, diverse Stifte), Kartenlesegerät, Kartenhalter. Im Dachboden gleich daneben befinden sich ausserdem noch der Laserdrucker (so ein Kombigerät das alles kann), zwei externe Festplatten und unser Server (dort befindet sich vor allem unsere Musik) sowie 8 Bundesordner und 10 CD-Rom‘s/DVDs.

Persönliche Dinge: 16.

ID, Personalausweis, 7 Kundenkarten (also zum Beispiel Mobility und Rega-Karte) 2 Klammern mit Pilzen (völlig unnötige Deko, aber ich mag die – werde sie wohl mal als Deko für ein Geschenk nutzen), 2 persönliche Bundesordner und 3 CD-Roms.

60 Dinge die ich hier besitze. Das wären nun 131 (Schlafbereich) + 60 (Büroecke) = 191 Dinge. Oder 1.9% von insgesamt 10‘000 Dingen, die ein Durchschnittsmensch in unseren Breitengraden so besitzt. Also schon jetzt deutlich mehr als 100 Dinge die sich da in meinem Besitz befinden – aber immer noch ein echt geringer Prozentsatz von dem, was so ein Durchschnittsmensch in unseren Breitengraden laut Statistik besitzten soll. Ich bin gespannt, auf das Endergebnis!

Ich wünsche Euch diese Woche noch viel Spass beim Entrümpeln oder Relaxen – was Euch gerade so mehr zusagt - Hauptsache es ist auch ein Quäntchen Genuss mit dabei :)!

Samstag, 31. Januar 2015

Lohnt sich Minimalismus überhaupt für mich?



Es gibt Momente beim Entrümpeln, in denen fragt man sich: Was soll das ganze überhaupt? (Zum Beispiel wenn man so wie ich zurzeit versucht seinen Berg an Akten zu entrümpeln. Ich hatte vorher ja nicht einmal den Hauch einer Ahnung davon, wieviel Papier in so einem Bundesordner überhaupt Platz hat! Aber so was von gar keine Ahnung!)

Die üblichen Gründe, die man da so hört, was Minimalismus bringt (und es stimmt ja auch):

„Man hat mehr Geld. Oder gibt das Geld zumindest nur noch für Sachen aus, die einem wirklich was bedeuten, nützen, einen glücklich machen.“

Schön und gut. Wenn ich aber mehr als genug Geld habe – wozu dann das Ganze?

„Man hat mehr Zeit, resp. die eigene Zeit wird wertvoller genutzt, weil man nur noch das im Leben macht, was einem wirklich wichtig ist.“

Auch schön und gut. Soweit muss man aber erst mal kommen. Und das kostet wiederum auch eine Stange Zeit. Also noch mal: Lohnt sich das Ganze unter dem Strich?

JA – UND WIE!

Ich versuche Euch hier drei Gründe von vielen zu nennen, warum es sich wirklich lohnt. WIRKLICH. LOHNT. Minimalismus heisst nicht nur äusserlich aufräumen. Nö. Man räumt dabei auch innerlich auf.

Es stimmt nicht, dass Dinge einfach nur Dinge sind. Dinge machen uns glücklich. Verändern unsere Haltung, haben einen Einfluss darauf, wie wir uns selbst wahrnehmen. Für Dinge strengen wir uns zuweilen höllisch an. Oder sind wir bereit Risiken einzugehen und Schulden auf uns zu nehmen. Nicht nur einer oder zwei von uns menschlichen Exemplaren. Nein, viele von uns ticken so. Das alles muss ja irgendeinen positiven Effekt auf unser Überleben haben, sonst hätte sich dieses Verhalten wohl rein evolutionär gesehen nicht so lange gehalten...oder?

Was aber bringt uns nun das Loslassen von Dingen beim Minimalismus? 

Dinge sagen etwas über uns aus. Womit wir uns beschäftigen, was für uns wichtig ist – wer wir sein wollen. Wenn wir also durch all unsere Sachen wühlen und entscheiden was bleibt und was nicht, beschäftigen wir uns ganz automatisch auch mit uns selbst. Unserem Innersten.

Minimalsimus macht selbstsicher. Beim radikalen Entrümpeln erfahren wir ganz bewusst, was uns in unserer aktuellen Lebenssituation wichtig ist und was nicht. Wir wissen es nicht nur, wir werden das auch kundtun und uns dementsprechend verhalten. Wir sind nicht mehr so unsicher. Es wird weniger „Vielleichts“ und mehr „Jas“ und wohl noch mehr „Neins“ geben in unserem Leben. Weil wir uns mit uns und dem was uns wichtig ist und was nicht beim Entrümpeln eingehend beschäftigen.

Minimalismus hilft uns schwierige Situationen besser meistern zu können. Weil wir beim Entrümpeln das Loslassen üben. Zum Beispiel wenn Beziehungen beendet werden. Schön und gut wenn wir entrümpeln und auch Beziehungen aus unserem Leben streichen um es uns einfacher zu machen. Was ist wenn uns jemand aus seinem Leben streichen will, den wir eigentlich nicht loslassen wollen? Minimalismus kann uns auch hier helfen, loszulassen anstatt festzuhalten. Und kann uns so womöglich viel Kummer ersparen.

Minimalismus hilft uns im hier und jetzt zu leben und zu geniessen. Wer gedanklich ständig in der Vergangenheit oder in der Zukunft lebt, verpasst die Gegenwart – den jetzigen Moment. JETZT. Wer sich darüber aufregt, dass er den Balettauftritt der Tochter nicht fotografieren konnte hat nicht nur keine Fotos sondern auch keine schönen Erinnerungen an diesen bezaubernden Moment – weil er es vor lauter Frust über das unzureichende Licht fürs perfekte Foto gar nicht geniessen konnte. Beim Entrümpeln lassen wir Dinge aus der Vergangenheit los sowie solche, welche für die Zukunft gedacht waren. Es macht uns frei für den Genuss des hier und jetzt. Natürlich ist es schön, in der Erinnerung an schöne bereits vergangene Momente zu schwelgen und diese tollen Gefühle von dazumal wieder aufleben zu lassen – noch schöner ist es jedoch genau diese Gefühle im hier und jetzt zu geniessen. Und zwar immer wieder aufs Neue. Es gibt tausend verschiedene Möglichkeiten für wunderschöne Lebensmomente. Im hier und jetzt. Nicht erst in einem halben Jahr im Urlaub ( an den man dann viel zu grosse Erwartungen hat die dann gar nicht mehr erfüllt werden können) oder bei der eigenen Heirat vor fünf, zehn oder fünfzehn Jahren. Schönes aus der Vergangenheit und aus der Zukunft ist okay. Aber das Leben spielt sich im hier und jetzt ab. Beim Entrümpeln wird man automatisch auch mit diesen Gedanken konfrontiert. Im positiven Sinne :-).

Also Ihr lieben: Macht Euch auf im Regen zu tanzen (oder eher in den Schneeflocken) oder sonst was noch Verrückteres oder Gewagteres zu tun, das Euch glücklich macht im hier und jetzt. Geniesst es einfach, Euer Leben! Natürlich hat auch die Vergangenheit und die Zukunft Platz. Aber das Hier und jetzt sollte ganz eindeutig das grösste Stück Kuchen in eurem Leben ausmachen Also ab mit Euch – das Leben geniessen! JETZT. IN. DIESEM. MOMENT.

Sonntag, 25. Januar 2015

Happy Sundays – Glücksmomente der Woche: Mach' mal wieder etwas, das Du schon ewig nicht mehr getan hast!



Es ist wieder Zeit für Glücksmomente! Letzte Woche gab’s keine – weil wir puncto Glücksmomenten unterwegs waren….aus einer Verabredung am Nachmittag mit einer befreundeten Familie wurde ein Ess-Spiel-Quatsch-Marathon bis Sonntag spät abends. Unverschämt schön war’s!

Die Kinder fanden es natürlich doppelt-cool - konnten die mal so lange aufbleiben...

Kennt Ihr das auch: Es gibt Menschen denen man im Leben begegnet, mit denen hat man einfach immer was zu Quatschen, die Themen gehen einem nie aus. Und das geht einem mit diesen Menschen auch so, wenn man sie seit einer halben Ewigkeit endlich wieder einmal trifft – man sieht sich und – puff! – es ist, als wäre man nie weg gewesen!

Das sind so unglaublich tolle Begegnungen – ich lii-iebe sie!

Und kennt Ihr das auch: Ihr habt etwas schon seit einer halben Ewigkeit (oder noch länger nicht gemacht) und tut es dann endlich wieder. Ihr denkt „Mensch, das kann ich sicher nicht mehr.“ Oder: „Jetzt wird es gleich unglaublich peinlich.“ Und dann klappt es so, als hättet Ihr es erst gerade letzte Woche gemacht. 

Unbeschreiblich toll ist das. 

Das gab’s bei uns unter anderem letzte Woche. Ja, ich habe es getan und stand seit Jahren das erste Mal wieder auf einem Paar Schlittschuhen. Am Anfang war ich leicht panisch. Nicht etwa weil unsere Kleinste sich hilfesuchend an meinem Hosenbein festgeklammert hat und ich Angst hatte, auf sie draufzufallen. Nö. Ich gebe es zu. Ich hatte Bedenken, dass ich  Hollywoodreif unbeholfen auf dem Eis herumschlittere. Und nie mehr den Weg vom Eis runter finde.  Ist aber nicht passiert. Wie eine Grazie bin ich übers Eis geschwebt. Na ja, auf jeden Fall habe ich mich gefühlt wie eine Grazie – das ist doch alles was zählt oder?




Noch ein kleines Update zum Thema „Fertig entrümpelt!“: Ich kämpfe mich zurzeit durch Unmengen Berge (also richtig grosse, keine mickrigen Hügelchen) von Dokumenten – was da so alles in einem Bundesordner Platz hat, irre! All diese Rechnungen – was ich alles gekauft habe in den Jahren (und jetzt nicht mehr besitzte! Oh. MEIN. GOTT. Das mit den Dokumenten ist eine echte Herausforderung. Aber gemeinsam schaffen wir das…die Hoffnung stirbt zuletzt! Mehr dazu gibt’s ein anderes Mal – ich gehe jetzt noch eine Runde Schlittschuhlaufen.  Bei uns kann man bei Nacht mitten in der Hauptstadt auf dem Eis dahinschweben. Ausserdem gefällt mir mein Dasein als Grazie so unglaublich gut. Na - irgendwer Lust eine Runde auf dem Eis mit mir zu drehen?